Presse

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3/2016 Herder Korrespondenz
Fakultätentag
Theologie und Kirche
von Dr. Stefan Orth
31.01.2016 – kirchensite.de
Kardinal Karl Lehmann beim Fakultätentag in Münster
Theologie braucht Dialog mit anderen Wissenschaften
29.01.2016 – kirchensite.de
Katholisch-Theologischer Fakultätentag trifft sich in Münster
Theologie ist ein breit gefächertes Studienfach
Interview von Kirche+Leben mit Prof. Dr. Alfons Knoll
 3/2015 Herder Korrespondenz
Fakultäten suchen die Öffentlichkeit
von Dr. Stefan Orth
3/2014 Herder Korrespondenz
Eine Landschaft in Bewegung. Katholische Theologie an deutschen Fakultäten
von Ulrich Ruh.
01.02.2013 Kirchenzeitung für das Bistum Köln 5/13, S. 16.
Mit dem Mut des Entdeckers. Der Katholisch-Theologische Fakultätentag traf sich in Sankt Augustin
von B. Raspels.
04.10.2007 – Rheinischer Merkur
Nachfolger gesucht
FAKULTÄTEN / Noch ist die katholische Theologie in den deutschen Hochschulen breit vertreten. Doch schon in wenigen Jahren werden die Professoren fehlen.Es herrscht eine ebenso lockere wie gespannte Atmosphäre. Etwa 130 Nachwuchstheologen – Priester und Laien, Männer und Frauen – drängeln sich in den Reihen des Vortragssaals im Glaskubus der Frankfurter Jesuitenhochschule St. Georgen. Der Katholisch-Theologische Fakultätentag, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Deutsche Bischofskonferenz haben neben anderen zu einem Workshop eingeladen, der offensichtlich auf große Resonanz stößt. Unter dem Motto „Gefordert – Gefördert – Geschafft“ stellt man sich der Frage nach der Zukunft der Theologie und den Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.Im Mittelpunkt steht eine neue Untersuchung, die das Institut für Christliche Sozialwissenschaften (ICS) in Münster zur Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses durchgeführt hat. Der Auftrag dazu kam von der Bischöflichen Kommission für Wissenschaft und Kultur; beteiligt haben sich alle Fakultäten und Einrichtungen für katholische Theologie in Deutschland. Die Untersuchung zeigt, dass es im Sommersemester 2006 an den 22 Katholisch-Theologischen Fakultäten und Hochschulen und 35 nicht fakultären Einrichtungen insgesamt 391,5 Professorenstellen gab, davon 297,5 an Fakultäten und Hochschulen. „Diese Zahl belegt: Theologie wird keine kleine, verschwindende Minderheit an Deutschlands Unis, aber es besteht auch kein Grund zur Euphorie“, sagt ICS-Leiter Professor Karl Gabriel.Anteil der Laien steigtDie Studie lässt erkennen, dass die Stellenausstattung an den Hochschulorten erheblich variiert. So weisen vor allem die Katholisch-Theologischen Fakultäten an den staatlichen Universitäten deutliche Unterschiede auf. Trotzdem verfügen 15 Einrichtungen über zwölf bis 14 Professorenstellen, wie sie von der „Rahmenordnung für die Priesterbildung“ als Mindestausstattung für den Diplom-Studiengang nahegelegt wird. Problematisch ist die Ausdünnung des Mittelbaus: „Sie droht auf die Qualitätssicherung der Theologie zurückzuschlagen“, sagt Gabriel.Gegenüber dem 1. Januar 1980 sind darüber hinaus an den staatlichen Fakultäten der alten Bundesländer etwa 15 Prozent aller Professorenstellen weggefallen und ein Drittel der C-4-Stellen (Lehrstühle) umgewandelt worden. „Auch in Zukunft dürfte es zu einem verstärkten Druck auf die ,kleinen‘, nur noch mit wenigen Professoren vertretenen Fächer kommen.“Aufschlussreich ist auch das Zahlenverhältnis zwischen Priestern und Laien in der Professorenschaft. Die sogenannte „Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis“ der vatikanischen Kongregation für das katholischeBildungswesen aus dem Jahr 1970 bestimmt, dass an Priesterausbildungsstätten in der Regel nur Priester als Theologieprofessoren bestellt werden sollen. Heute wird aber nur an Hochschulen in Trägerschaft der Diözesen (63 Prozent Kleriker, 37 Prozent Laien) und an Ordenshochschulen (70 Prozent Kleriker, 30 Prozent Laien) diese Vorgabe erfüllt. Dagegen ist der Anteil der Laien unter den Professoren an staatlichen Universitäten auf 60 Prozent (gegenüber 40 Prozent Klerikern) gestiegen.

So liegt in den Fächern Christliche Gesellschaftslehre, Religionspädagogik, Philosophie, Ökumenische Theologie, Kirchenrecht und Neues Testament der Priesteranteil an den Lehrenden bereits bei 50 Prozent und weniger, während in den Disziplinen Moraltheologie, Dogmatik, Liturgiewissenschaft, Pastoraltheologie und Altes Testament noch viele Kleriker vertreten sind. „Diese Zahlen werden sich nur ändern lassen, wenn Bischöfe und Ordensobere bereit sind, einen erheblich größeren Anteil von Priestern und Ordensleuten zum Studium freizustellen“, sagt Gabriel.

Ein besonderes Augenmerk hat die Untersuchung auf die Zahl der Promotionen gelegt. Zwischen den Jahren 2000 und 2006 wurden insgesamt 770 Promotionen abgelegt – eine Steigerung um etwa 20 Prozent gegenüber dem Niveau Anfang der Neunzigerjahre. Die Zahl differiert allerdings erheblich nach den einzelnen Fächern: Mit Abstand die meisten neuen Doktoren gab es im Fach Dogmatik. Bemerkenswert ist besonders, dass der Frauenanteil unter den Promovierten inzwischen etwas mehr als ein Viertel ausmacht, was beinahe dem allgemeinen Durchschnitt aller akademischen Fächer entspricht. Auffällig auch: 82 Prozent aller Promotionen erfolgten an staatlichen Fakultäten. Bei den derzeit laufenden Promotionsvorhaben bestätigen sich diese Trends: Auch hier liegt die Dogmatik mit 178 Promotionen mit weitem Abstand an der Spitze. Erstaunlich hoch ist der Zuwachs in der Religionspädagogik von 43 auf 89 Promotionen. Der Anteil der Welt- und Ordenspriester ist mit unter 30 Prozent noch weiter gesunken.

Bei den Habilitationen sieht es ganz ähnlich aus: Auch hier spielt die Dogmatik mit 33 Verfahren die führende Rolle. 84 Prozent aller Habilitationen wurden an staatlichen Hochschulen abgelegt, und der Anteil der Kleriker liegt hier auch nur knapp über einem Viertel. „In einer Hinsicht aber nimmt die katholische Theologie eine exzeptionelle Stellung ein“, sagt Gabriel. „Mehr als 75 Prozent der in den letzten fünf Jahren Habilitierten haben schon eine Professorenstelle.“ Bei den laufenden Habilitationsvorhaben zeichnet sich sogar eine Steigerung um ein gutes Drittel gegenüber den abgeschlossenen ab. Allerdings konzentriert dieser Zuwachs sich auf einige wenige Fächer.

Forschung geht zurück

Besonders aufschlussreich ist eine Gegenüberstellung der Pensionierungen in den nächsten Jahren mit den Habilitanden und Privatdozenten. Dabei stellt sich heraus: Man muss in den nächsten Jahren von einem „mehr oder weniger dramatischen“ Nachwuchsmangel bis 2011 ausgehen, wie Gabriel sagt. „Für einige Fächer wird schon in nächster Zeit kaum eine ordentlicheDreierliste zusammenzustellen sein. Es wird eng für die katholische Theologie.“ Besonders betroffen sind das Alte Testament, das Kirchenrecht und die Alte Kirchengeschichte. Hinzu kommt, dass die Zahl der als Hochschullehrer tätigen Diözesanpriester stark abgenommen hat. Waren es 1983 noch 233, so lag ihre Zahl 2006 nur mehr bei 133.

Gabriels Fazit: Die Katholische Theologie ist trotzdem in der deutschen Hochschullandschaft nach wie vor breit vertreten. Dennoch: „Der vorhandene wissenschaftliche Nachwuchs reicht nicht aus“, mahnt der Sozialwissenschaftler. „Es bedarf entschiedener Anstrengungen, um die Basis zu verbreitern.“

Ist die Lage der Theologie insgesamt doch besser als ihr Ruf? Ja, so ist es, sagt Professor Berthold Wald, Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages. Aber auch der Paderborner Philosophieprofessor, der die nachahmenswerte Veranstaltung engagiert leitet, muss einräumen, dass es insgesamt um die Theologie ruhiger geworden ist. Allerdings, so Wald, habe sie in den Siebziger- und Achtzigerjahren auch von einer besonderen Weltlage profitiert – vom Interesse für die Dritte Welt, dem Kalten Krieg und tiefgreifenden sozialen Konflikten.

Dass sich zur Veröffentlichung des päpstlichen „Motu proprio“ zur tridentinischen Messe oder zur Erklärung der Glaubenskongregation in Sachen Einzigartigkeit der katholischen Kirche kaum deutsche Theologen zu Wort gemeldet haben, wertet der Paderborner Philosophieprofessor nicht negativ: „Das hat damit zu tun, dass das kirchliche Lehramt heute stärker akzeptiert wird als früher. Schlecht ist das nicht.“ Dass es immer weniger Theologiestudenten gibt, die sich für den Diplom-Studiengang entscheiden, leugnet auch Wald nicht. Und Walter Groß, emeritierter Alttestamentler aus Tübingen, gibt den vielen Nachwuchswissenschaftlern schließlich eine nachdenklich machende Frage mit auf den Weg: „Wo bleibt heute der Forscherdrang?“

VON GERD FELDER

15.09.2007 – Tagespost

Gute Chancen für katholische Theologen.

130 Teilnehmer informieren sich bei Workshop in Frankfurt

Paderborn (DT/pd) Die Chancen für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität stehen derzeit gut für Nachwuchswissenschaftler in der Katholischen Theologie. Rund 130 Absolventen, Doktoranden und bereits promovierte Theologen haben sich beim Workshop „Gefordert – Gefördert – Geschafft“ am 12. September in Frankfurt über die Zukunftsaussichten von katholischen Theologen an deutschen Hochschulen informiert.

Die Tagung wurde gemeinsam vom Katholischen-Theologischen Fakultätentag, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Bundeskonferenz der wissenschaftlichen Assistentinnen und Assistenten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für katholische Theologie (BAM) sowie der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz konzipiert und durchgeführt. Professor Karl Gabriel vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften in Münster erläuterte die Ergebnisse der Studie „Zur Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Katholischen Theologie“:

Pensionsierungswelle führt zu Nachwuchsmangel

Die Katholische Theologie ist mit zwanzig Fakultäten und 35 Einrichtungen der Lehrerbildung breit an den Universitäten in Deutschland vertreten. Insgesamt sind mehr als 360 Professorinnen und Professoren und über 200 wissenschaftliche Mitarbeiter an den Hochschulen tätig. Die Theologie gehört zu den klassischen Disziplinen und genießt auch international einen guten Ruf. Seit dem Jahr 2000 wurden fast 150 Habilitationen und rund 770 Promotionen abgeschlossen. Angesichts der hohen Zahl von Pensionierungen sei jedoch für den Zeitraum bis 2011 mit einem Nachwuchsmangel zu rechnen.

Als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz schilderte der Freiburger Weihbischof Paul Wehrle den Weg vom Nachwuchswissenschaftler zum Theologieprofessor. Dabei ging er auch auf das Verhältnis von Kirche und Wissenschaft ein. „Die Kirche braucht Priester und Laien, Männer und Frauen, die sich in der Theologie qualifizieren“, so Wehrle.

Über die oft zu wenig bekannten Förderangebote für junge Theologinnen und Theologen informierten Jeroen Verschragen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Tübinger Alttestamentler Walter Groß. Sie ermutigten die Teilnehmer, mehr Anträge bei der DFG zur Einzel- und Kooperationsförderung in qualifizierten wissenschaftlichen Projekten zu stellen.

Eröffnet und moderiert wurde die Tagung von Professor Berthold Wald, Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages, der die vergleichsweise gute Lehr- und Forschungssituation der Theologie an den Universitäten unterstrich.

 

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